Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen auch für Aufwendungen für die Betreuung eines Haustieres

von Marcus Streit, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater (Kommentare: 0)

Mit Urteil vom 04. Februar 2015 entschied das Finanzgericht Düsseldorf (15 K 1779/14 E), dass auch die Aufwendungen für die Betreuung eines Haustieres die Kriterien für eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG erfüllen.

Hintergrund:

Nach § 35a Abs. 2 Satz 1 2. Alternative EStG ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer auf Antrag um 20%, höchstens 4.000 €, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die nicht Dienstleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG sind und in einem in der EU oder dem EWR liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden (§ 35a Abs. 4 EStG).

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung muss für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung eine hinreichende Nähe zum Haushalt des Steuerpflichtigen vorliegen. Konkret bedeutet dies, dass es sich um Aufwendungen für Tätigkeiten handeln muss, die i.d.R. von den Familienmitgliedern erbracht werden. Dazu gehören die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie bspw. Kochen oder Putzen.

Begründung des Urteils:

Im o.g. Urteil wird dargelegt, dass eine Hauskatze in den Haushalt integriert (und somit haushaltsnah) ist. Die Tätigkeiten zur Versorgung des Haustieres wie bspw. die Versorgung der Katze mit Futter und Wasser sowie die Reinigung des Katzenklos werden üblicherweise von Mitgliedern der Familie erbracht.

Dementsprechend sind die Voraussetzungen für die Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme von Haushaltsnahmen Dienstleistungen gem. § 35a EStG erfüllt, zumindest sofern die Betreuung auch im Haushalt, d.h. in der Wohnung bzw. dem Haus des Steuerpflichtigen ausgeführt wird.

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